Chlorothalonil – Information

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Im Laufe des Jahres 2019 ist der Pestizid-Wirkstoff Chlorothalonil in den Fokus des öffentlichen Interesses gelangt. Auch Wohlen und die ibw sind davon betroffen. Auf dieser Seite finden Sie Informationen über Chlorothalonil sowie über die Massnahmen, die die ibw trifft, um ihren Kundinnen und Kunden auch weiterhin Trinkwasser in einwandfreier Qualität zu liefern.

Was ist Chlorothalonil?

Chlorothalonil ist ein Pestizid-Wirkstoff, der in Pflanzenschutzmitteln seit den 1970er Jahren gegen Pilzbefall als sogenanntes Fungizid zugelassen war. Er gelangt vor allem im Anbau von Getreide, Gemüse, Wein und Zierpflanzen zur Anwendung. In der Vergangenheit wurden in der Schweiz jährlich rund 30 Tonnen Chlorothalonil eingesetzt. Dieser Stoff sickerte durch den Untergrund, und heute können seine Abbauprodukte (sogenannte Metaboliten) auch im Trinkwasser in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen werden.

Was geschah bisher?

Aufgrund neuer toxikologischer Erkenntnisse der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) 2019 den Wirkstoff Chlorothalonil neu beurteilt und festgestellt, dass für dessen Abbauprodukte Hinweise auf eine Gesundheitsgefährdung vorliegen. In der Folge hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) allen Produkten, die den Wirkstoff Chlorothalonil enthalten, die Zulassung entzogen. Seit dem 1. Januar 2020 dürfen in der Landwirtschaft keine chlorothalonilhaltigen Pflanzenschutzmittel mehr eingesetzt werden. Dennoch bleibt unklar, wie lange es dauert, bis das Mittel aus den Böden verschwindet: Schätzungen gehen von einer Dauer von rund einem Jahrzehnt aus, bis die Abbauprodukte auf 10 Prozent der Ausgangsmenge reduziert sind.

Wie ist die Situation in Wohlen?

Im Sommer 2019 wurde die ibw vom kantonalen Amt für Verbraucherschutz (AVS) informiert, dass in Wohlen Überschreitungen des Höchstwerts für Chlorothalonil-Sulfonsäure (ein Abbauprodukt von Chlorothalonil, offizielle Bezeichnung R417888) festgestellt wurden. Die ibw hat das betroffene Grundwasserpumpwerk Eichholz umgehend ausser Betrieb genommen, Zudem hat die ibw zusätzliche Messungen veranlasst, die keine weiteren Auffälligkeiten zutage brachten (siehe dazu auch die Medienmitteilungen unter «Mehr zum Thema»).

Ende 2019 hat das BLV den Wirkstoff Chlorothalonil wiederum neu beurteilt, was zur Folge hatte, dass sämtliche Abbauprodukte von Chlorothalonil als «relevant» eingestuft wurden. Bei einem dieser neu als «relevant» eingestuften Abbauprodukte, dem Metaboliten R471811, wurden in weiten Teilen des Schweizer Mittellands Überschreitungen des Höchstwerts festgestellt. Allein im Kanton Aargau geht man davon aus, dass rund zwei Drittel der Trinkwasserfassungen erhöhte Rückstandswerte dieses Metaboliten aufweisen. Auch das Wohler Wasser ist davon betroffen.

Kann man das Wohler Wasser weiterhin trinken?

Ja. Gemäss Angaben des BLV hat der neu als relevant eingestufte Metabolit R471811 nicht dieselben toxikologischen Eigenschaften wie die Ausgangssubstanz Chlorothalonil und wird nicht als gesundheitsgefährdend eingestuft. Auch das AVS hat im Februar 2020 erklärt, dass das Aargauer Trinkwasser «ein sicheres Lebensmittel» bleibe und «weiterhin ohne Einschränkungen konsumiert» werden könne (siehe dazu die Medienmitteilung des AVS unter «Mehr zum Thema»).

Die ibw kontrolliert ihr Trinkwasser regelmässig gemäss den Empfehlungen des Aargauer Amts für Verbraucherschutz. Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse wurde der entsprechende Probenplan erweitert – unter anderem wird das Wohler Trinkwasser künftig halbjährlich auf Chlorothalonil-Rückstände geprüft. Eine «Filterung» von Chlorothalonil ist nach aktuellem Stand der Technik weder praktikabel noch wirtschaftlich vertretbar.

Giovanni Romeo

GL IBW Technik AG

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